Sigfried, Hagen von Tronje und der Fluch des Drachen im Ring der Nibelungen


Das zu Beginn des 13. Jahrhunderts auf Mittelhochdeutsch verfasste Nibelungenlied ist ein mittelalterliches Heldenepos, welches seit ca. 1800 oft als "Nationalepos der Deutschen" bezeichnet wird, so wie der Artus-Stoff für England eine Art Nationalepos ist. Es besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil handelt von Kriemhilds Ehe mit Siegfried dem Drachentöter und dessen Tod, während im zweiten Teil Kriemhilds Rache im Mittelpunkt steht.

Siegfried ist der Sohn König Siegmunds und Königin Sieglindes von Xanten am Niederrhein. Er hat außergewöhnliche Anlagen wie große Stärke und Geschicklichkeit und wird von weisen Tutoren zu einem vorbildlichen, zukünftigen Herrscher erzogen. So wird er auch bald zum Ritter geschlagen. Danach zieht Siegfried aus, um sein eigenes Königreich zu gewinnen und um die Hand von Kriemhild aus dem mächtigen Königreich zu Worms anzuhalten.

Auf seiner Reise vollbringt Siegfried viele Heldentaten: So ergatterte er beispielsweise den sagenumwobenen Hort des verstorbenen Königs Nibelung, indem er dessen Söhne erschlug. Beim Streit der Erbteilung hatten ihn diese angegriffen. Durch sein magisches Schwert Balmung und eine Tarnkappe, die er dem Zwerg Alberich entwendet hatte, konnte er sie jedoch samt den Riesen in ihrem Gefolge erschlagen. Außerdem tötete Siegfried einmal den Drachen Fafnir und badete in seinem Blut. Durch den Matsch aus Drachenblut war sein Körper durch eine unzerstörbare Hornhaut geschützt, welche ihn unverwundbar machte. Lediglich eine kleine Stelle zwischen seinen Schulterblättern, wo ein Lindenblatt geklebt hatte, war noch immer verwundbar.

Dann kommt er an den Hof zu Worms wo er König Gunther und Hagen von Tronje kennen lernt. Gierig auf den Nibelungenschatz erzählt Hagen dem Hof zunächst von Siegfrieds Heldentaten. Um eine Chance auf Kriemhilds Hand zu haben macht Siegfried sich in zahllosen Schlachten beim König beliebt. Dabei besiegt er viele feindliche Könige im Zweikampf. König Gunther hat sich inzwischen in den Kopf gesetzt die Königin der Isländer, die übermenschlich starke Brünhilde, zur Frau zu nehmen. Solange diese jungfräulich ist, behält sie ihre magischen Kräfte. Außerdem ist sie nur bereit sich einem Mann hinzugeben, der sie im Zweikampf besiegen kann. Mit Hilfe seiner Tarnkappe lässt Siegfried es so aussehen, als hätte König Gunther die Königin von Island in einem Zweikampf besiegt. Sogar in der Hochzeitsnacht ringt Siegfried Brünhilde unsichtbar nieder und überlässt sie dann Gunther. Nach der Doppelhochzeit von Siegfried und Kriemhilde und Gunther und Brünhilde, geraten die Frauen der Männer in einen Streit. Daraufhin beleidigt Kriemhilde Brünhilde damit, dass Siegfried ihr die Unschuld nahm und nicht ihr Mann Gunther. Als Beweis zeigt sie Brünhilde deren Ring und Gürtel, welche Siegfried nach der Hochzeitsnacht mitgebracht hatte. Hagen gedenkt seine gedemütigte Herrin zu rächen und begrüßt den willkommenen Vorwand an den Nibelungenhort zu kommen: Er schlägt Gunther vor Siegfried zu ermorden, weil dieser zu mächtig und damit gefährlich sei; außerdem könne man sich so seine Reichtümer einverleiben. Der König willigt zögernd in die Tat ein. Nachdem es Hagen gelungen ist Kriemhild das Geheimnis von Siegfrieds Unverwundbarkeit zu entlocken, wird ein Jagdausflug inszeniert. Bei einem Wettlauf zu einer Trinkquelle gewinnt Siegfried. Als sich dieser zum Trinken vornüber beugt, wird er von Hagen mit einem Speer erstochen. Kriemhild ist untröstlich und lockt mit Hilfe von Siegfrieds Nibelungenschatz fremde, schlagkräftige Helden nach Worms, um ihre Position am Hofe zu stärken. Hagen erkennt jedoch die Gefahr und lässt das Gold im Rhein versenken. Darum wird der Nibelungenschatz häufig auch Rheingold genannt.


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