Die Ritterburg: Burgen und Schlösser im Mittelalter


Schon in der Frühgeschichte der Menschheit wurden Burgen errichtet. Solche Festungen wurden auch in der Antike und bis ins späte Mittelalter zum Schutz gebaut. Besonders im Mittelalter entstanden viele Burgen, da sie das Machtzentrum und Mittelpunkt der landschaftlichen Besitzverhältnisse darstellten. Der Rhein von Mainz bis Bonn ist eines der bekanntesten Beispiele einer deutschen Burgenlandschaft. Die mittelalterliche Burg in ihrer Funktion als bewohnter Wehrbau ist zu unterscheiden vom Schloß, welches unbefestigt ist und lediglich zu repräsentativen Zwecken gebaut wurde, und der rein militärisch genutzten Festung. Damit ist die Mittelalter Burg beides: Prestigeobjekt und Schutz. Im Mittelalter gab es hinsichtlich ihrer wehrtechnischen Zielsetzungen 5 Grundarten von Burganlagen:

1. Reichsburgen oder Landesburgen, die Zeichen der territorialen Herrschaft eines Königs oder Landesherrn waren.
2. Adelsburgen, welche Adligen und deren Gefolge als Wohnsitz und Schutz dienten.
3. Klosterburgen (Ordensburgen), welche einer klerikalen Gemeinschaft Schutz bieten und deren Einfluss sichern sollten.
4. Stadtburgen oder ganze Städte, die burgartig befestigt waren.
5. Sogenannte Fliehburgen oder Volksburgen, welche der Bevölkerung im Krisenfall vorübergehend als Rückzugsorte dienen sollten.

Die Blütezeit der Ritter Burgen war das Hoch- und Spätmittelalter. Der Bau so einer Burg Feste gehörte wegen der schwachen Infrastruktur Europas im Mittelalter zu den wichtigsten Instrumenten der Machtausübung und zählte deshalb zu den exklusiven Königsrechten. Einige Herrscher ließen sogar Zwingburgen in aufrührerischen Städten bauen, um die Bevölkerung einzuschüchtern und so gefügig zu machen.

In der unmittelbaren Umgebung einer Burg galt der so genannte Burgfrieden, welcher Auseinandersetzungen und Fehden jeglicher Art streng untersagte. Außerdem war die Bevölkerung in der Nähe der Burg durch den "Burgbann" verpflichtet, bei allen Baumaßnahmen und der Verteidigung der Festung ihren Anteil zu leisten. Im Gegenzug durfte die Bevölkerung bei feindlicher Bedrohung in der Burganlage Schutz suchen.

Die bauliche Evolution der Burgen im mittelalterlichen Europa verlief meist parallel zum Ausbau der Stadtbefestigungen. Typische Bauelemente einer Burg wie Donjons oder Bergfriede finden sich in Städten und Schlössern gleichermaßen. Häufig sind die Burgen auch in die Architektur einer Stadt integriert und über viele Mauern mit der Wehrmauer oder anderen Wohnhäusern verbunden. Manchmal ist auch überhaupt nicht zu erkennen welche Tore, Gräben oder Wehrtürme zum Kastell gehören und welche zum Rest der Stadt. Somit sind die Städte des Mittelalters eigentlich nichts anderes als riesige Burganlagen. Kein Wunder, dass man die Einwohner der Städte folgerichtig auch "Bürger" nannte.


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