Schild, Brustpanzer und Kettenhemd


Schild

Ein Schild ist eine Schutzwaffe, die von Kämpfern zur Abwehr von Geschossen und Nahkampfwaffen getragen wurde. Meist aus Holz, Leder oder Metall hergestellt, können Schilde die verschiedensten Zwecke erfüllen. Neben kleinen Faustschilden und V-Schilden sind die wichtigsten Schildformen das Rundschild und das Turmschild. Rundschilde wurden zum Beispiel auf den Kriegsschiffen der Wikinger eingesetzt, um die Ruderer vor Angriffen und Spritzwasser zu schützen. Aber auch bei Griechen und Römern fanden Rundschilde Verwendung bei Hilfs- und Haupttruppen. Bei den Römern war der Turmschild ein sehr wichtiger Ausrüstungsgegenstand, den sie hauptsächlich in ihrer berühmten Schildkrötenformation einsetzten. Diese langen, aus mehreren Holzlagen gefertigten Schilde konnten aber auch dem Einzelnen als Schutzwand dienen. Mit der Erfindung von Feuerwaffen verloren Schilde ihre Bedeutung für Krieger, da sie nun kaum noch ausreichenden Schutz vor dem Angreifer boten.

Ritterrüstung

Im Mittelalter schützten sich die Krieger im Kampf mit einer Rüstung, da Kämpfe hauptsächlich mit Hieb- und Stichwaffen ausgetragen wurden. Im Laufe der Zeit änderte sich die Verarbeitung der Ritterrüstung, sowie das verwendete Material, was der Entwicklung neuerer Waffentechniken zuzuschreiben war. Als erste bekannte Plattenrüstung stösst man in der Geschichte auf Helm und Schild, die im Laufe der Zeit durchweg eine wichtige Rolle als Elemente der Rüstung für Ritter gespielt hat. Von dem Ansatz der Plattenrüstung ging man zunächst jedoch zur wesentlich leichteren Kettenrüstung über, die jedoch mit erhöhtem Aufkommen von Lanze und Rüstung bald keinen ausreichenden Schutz mehr bot.

Kettenhemd

Kettenausrüstungen und somit auch Kettenhemden, stammen höchstwahrscheinlich von den Kelten aus dem dritten Jahrhundert vor Christi. Diese Kettenhemden bestanden in der Regel aus unzähligen kleinen Metallringen, die ineinander verflochten, vernietet und verschweißt waren. Die zusätzliche Vernietung und Verschweißung sorgte dafür, dass die verfochtenen Ringe zum Beispiel durch einen auftreffenden Pfeil nicht aufplatzten. Später übernahmen auch die Römer diese Art von Körperschutz, der sich bis zum Untergang des Weströmischen Reiches im fünften Jahrhundert vor Christi bestens bewährte. Diese Kettenhemden waren der perfekte Schutz vor Hieb-, Schnitt- und Stichverletzungen und vor heftigen Schlägen. Der Nachteil, so ein Kettenhemd war sehr schwer, so dass der Träger in seiner Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt war.

Brustpanzer

Ein Brustpanzer besteht aus mehreren Metallplatten. Und wird als Rüstung bezeichnet und dient als Schutzkleidung im Kampfeinsatz. Im 1400-1700 Jahrhundert fand er bei Kampfeinsätzen Verwendung. Er sollte den Träger vor Verletzungen im Kampf schützen. Am Anfang der Entstehung reichte es dem Träger sich Metallplatten vor die Brust zu hängen. Nach und nach entstand eine ganze Rüstung. Die mit Scharnieren und Schienen dem Träger ermöglichten, sich damit auch zu bewegen. Hergestellt wurde ein Brustpanzer von einem Plattner. Ein Berufszweig der in Zünften organisiert war. Sie kauften sich bei den Großschmieden Stahlplatten und passten dem Kunden diese Brustplatte nach dessen Körpermaßen an.

Lederrüstung

Leder gehört zu den ältesten Werkstoffen zur Rüstungsherstellung überhaupt. Es handelt sich um ein leichtes und gleichzeitig sehr festes Material, welches zudem auch leicht verfügbar war, da es aus Tierhäuten hergestellt wird. Dadurch war Leder als Material zur Kleidungs- und Schutzausrüstungsherstellung geradezu ideal. Wichtige Körperstellen wurden aber meist zusätzlich durch Metallbesatz verstärkt, um den Schutz vor Pfeilen und Nahkampfwaffen gewährleisten zu können. Da Lederrüstungen weniger Schutz boten als beispielsweise Kettenhemden, waren Kombinationen aus Metall- und Lederrüstungen nicht unüblich. So wurden Lederteile vor allem bei beweglichen Übergängen benutzt oder zum Schutz weniger gefährdeter Körperteile wie Arme und Beine. Metallhemden oder Schuppenpanzer hingegen schützten die Körpermitte vor dem Angreifer. Durch eine solche Kombination wurde der Krieger beweglicher und das Gewicht der Rüstung fiel insgesamt deutlich geringer aus als bei reinen Metallrüstungen.

Samurai Rüstung

Die auch Yoroi genannten japanischen Rüstungen sind in verschiedenen Ausführungen zu finden. Die Samurai sind eine Art Elitesoldaten und verfügten deshalb über eine Rüstung aus gehärtetem Metall, welche allerdings aus Gewichtsgründen nicht massiv, sondern mit Baumwoll- und Ledereinarbeitungen versehen war. Eine typische Samurairüstung bestand aus einem Helm, einem Brustharnisch, sowie Arm- und Beinschienen. Die relative Leichtigkeit und der mit einer Modulbauweise vergleichbare Aufbau der Schutzbekleidung garantierten den Samurai eine höhere Beweglichkeit im Vergleich zu europäischen Rittern, was ihnen im schnellen Kampf Vorteile einbrachte. In der Modulbauweise steckt allerdings auch die Schwachstelle: die Anfälligkeit gegenüber verhakten Waffen. Durch sie kann die Rüstung sehr schnell zur Falle werden.

Schuppenpanzer

Ein Schuppenpanzer war eine Rüstungsform, die im Gegensatz zum bekannteren Ketten- oder Plattenpanzer des europäischen Mittelalters aus einer Vielzahl kleinerer Metallplättchen bestand. Diese waren auf einem Stoff- oder Ledergrund angebracht und verliehen dem Träger damit eine größere Beweglichkeit im Kampf. Sowohl bei den alten Ägyptern, als auch bei den Griechen und im römischen Reich ist die Verwendung von Schuppenpanzern mit Bronze- oder Eisenplättchen belegt. Im europäischen Mittelalter wurde der billiger herzustellende Schuppenpanzer jedoch bald nur noch vom einfachen Fußvolk genutzt. Die Ritter setzten hingegen verstärkt auf Ketten- oder Plattenpanzer, die zwar teurer in der Herstellung, aber wesentlich langlebiger und einfacher zu pflegen waren.

Fantasy Rüstung

Solche Rüstungen sind meist durch Vorbilder aus der Antike oder dem Mittelalter inspiriert. Zwar sind sie Produkte der Imagination von Hobby-Schmieden und Filmemachern, doch nichtsdestoweniger sind sie sehr nett anzuschauen und könnten manchmal sogar in Hinsicht auf ihre realistische Schutzwirkung mit historischen Rüstungen mithalten. Eine Herr der Ringe Rüstung eines Aragorn oder Theoden ist äußerst kleidsam und ein Sammlerstück für jeden Mittelalter- und Fantasy-Fan. Eine filigrane Elbenrüstung oder eine gezackte Drachentöterrüstung sind zwar nicht immer realistisch konstruiert, aber optisch reizvoll. In vielen trashigen Sword and Sorcery Filmen wußte schon so manche flotte Kriegerin mit ihrem hautengen Ledermieder oder ihrem sexy Ketten-BH zu überzeugen....

Wikinger Rüstung

Viele Menschen interessieren sich auch heute noch für die Wikingerzeit, besonders interessant scheint hier die Wikinger- Rüstung. Jeder Wikinger hatte zur damaligen Zeit eine eigene Wikinger- Rüstung, heute kann man solch eine Wikinger- Rüstung für Schaukämpfe kaufen, leihen oder anfertigen lassen. Die echte Wikinger- Rüstung bestand aus einem Kettenhemd, das die Schnitte bei Kämpfen abwehren sollte, darüber trug der Wikinger zusätzlich ein gepolstertes Wams, um auch gegen Hiebe gewappnet zu sein. Dazu kam ein Helm, wobei hier noch nicht genau geklärt wurde wie genau er eigentlich aussah, mit den altbekannten Hörnern auf dem Helm scheint allerdings nur in Filmen so zu sein. Zur weiteren Rüstung gehörten in jedem Fall ein Wikingerschwert, eine Axt, ein Speer, ein Schild und ein Bogen.


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