Der Shogun, Ronin, Ninjas, Samurai, Ehre & Seppuku


Samurai waren die Mitglieder des Kriegerstandes im frühzeitlichen und mittelalterlichen Japan. Heutzutage kennt man die Samurai ausschließlich als Kriegeradel, besonders durch die berühmte Serie "Shogun" mit Richard Chamberlain. In der ursprünglichen Wortbedeutung sind die Samurai, abgeleitet vom japanischen Wort für "Dienen" (Saberu), jedoch "Dienende". Ein herrenloser Samurai wird Ronin genannt. Der Weg des Kriegers, der "Bushido", welchem die Samurai folgten, wurde 1643 von Miyamoto Musashi in seinem Buch über kenjutsu "Das Buch der Fünf Ringe" festgehalten. Ursprünglich bestand die Armee des japanischen Kaisers aus Wehrpflichtigen, die aus einem Drittel der männlichen Bevölkerung gebildet wurden und selbst für Waffen und Verpflegung zu sorgen hatten. Um 700 kam es durch Landreformen und ein einheitliches Steuersystem zur Entwicklung mächtiger Clans jeweils unter der Führung eines Großrundbesitzers, des sogenannten Daimyo. Dieser Daimyo mit seinen Beschützern bildete dann den Schwertadel.

In der Heian Zeit von 794-1192 bezog sich die Bezeichnung Samurai vor allem auf die Wachen des kaiserlichen Palastes und die "Schwertträger" im Allgemeinen. Diese "Vorläufer" der späteren Samurai wurden vom Herrscher mit Waffen ausgestattet und waren angehalten ihre Kampfkünste ständig zu verbessern. In der folgenden Feudalperiode war der größte Vorteil der Krieger jedoch ihre Fähigkeit mit dem Bogen in den bergigen Gebieten. Somit war lange Zeit der Ausdruck "Yumitori" (Bogenschütze) noch vor "Samurai" der höchste Ehrentitel eines Kriegers, obwohl der Schwertkampf bereits die größere Wichtigkeit erlangt hatte. Besonders als der Shogun als Anführer aus der Kriegerkaste der Samurai den Kaiser als Herrscher ablöste, erlangten die Samurai den höchsten Stand als Militär-Aristokratie.

In der Feudalzeit Japans versuchte im 13. Jahrhundert Kublai Kahn, der Herrscher der Mongolen, 2 Mal Japan zu erobern. Durch die hartnäckigen Japaner und 2 Taifune an der Küste wurde die mongolische Armee jedoch jedes Mal vernichtet. Die Japaner nannten die Stürme "Kamikaze" (jap. göttlicher Wind), weil sie glaubten, dass die Götter ihre Insel beschützt hatten. Doch trotz gewonnenem Krieg gab es zahlreiche Probleme wie Hungersnöte in Japan, durch welche viele Samurai zu herrenlosen "Ronin" wurden.

Anfänglich konnten sich auch Bürger der niedrigeren Schichten als Kämpfer einen Namen machen und Samurai werden, doch 1586 wurde der Samurai-Status als vererblich deklariert und es war ab sofort Nicht-Samurai verboten Waffen zu tragen. In der Edo-Periode waren deshalb vor allem Höflinge, Bürokraten und Administratoren Samurai, die das Recht hatten jeden Bürger mit ihrem Katana zu töten, der ihnen nicht den gebührenden Respekt zollte oder sie auch nur falsch ansah. Diese Samurai waren jedoch meist keine meisterlichen Kämpfer mehr und trugen ihr Schwertpaar nur noch als Ausdruck ihrer gesellschaftlichen Stellung.

Die Wahlreligion der Samurai war der Buddhismus, zu welchem sie eine ähnliche Beziehung hatten, wie europäische Ritter zum Christentum. Und obwohl der japanische Kaiser von vielen Samurai als lebende Gottheit verehrt wurde, tat das ihrem buddhistischen Glauben keinen Abbruch.

Die Ausbildung eines Samurai

Die Ausbildung eines Samurai begann meist schon im Alter von 3 Jahren und hatte in erster Linie Körperbeherrschung und Schmerzunterdrückung zum Inhalt. In einem Kloster lernten die Kinder dann Lesen und Schreiben, während sie gleichzeitig durch Übernachtung auf Friedhöfen oder anderen schaurigen Orten schon früh gezwungen wurden ihre Ängste zu überwinden. Mit ca. 5 bis 7 Jahren wurden die angehenden Samurai dann in Schwertkampf, Bogenschießen und dem waffenlosen Kampf (Jiu Jitsu) unterrichtet. Mit 12 Jahren wurden dann 3 Jahre lang ihre Ausbildung unter der Führung eines älteren Lehrmeisters vollendet, so dass sie mit 15 Jahren feierlich ihre Samurai Schwerter überreicht bekamen. Als ausgebildete Krieger legten sie meist auch ihren Kindernamen ab und trugen den traditionellen Haarschnitt der Samurai. Adlige Samurai gingen später häufig noch der Musik, Dichtkunst und Kalligraphie nach.

Die Waffen des Samurai: Das Daisho

Die erhabene gesellschaftliche Stellung eines Samurai war vor allem sein Daisho, einem Waffenpaar, bestehend aus Langschwert (Katana) und Kurzschwert (Wakizashi). Häufig wurde für Notfälle auch noch ein Dolch (Tanto) am Körper getragen. Eine weitere Waffe war der Yumi (Bogen) und hier insbesondere der Dai-ky? (Langbogen), der auf Grund seiner Durchschlagskraft und Reichweite von fast 300 Metern sehr gefürchtet war. Auf Grund seiner asymmetrischen Form konnte dieser auch hervorragend vom Pferd aus benutzt werden. Schließlich komplettierten noch 2 Lanzen die Kriegsausrüstung des Samurai: Die "Naginata" mit leicht gebogener Klinge und der "Yari" mit einer Dolch-artigen Spitze.
Die Musketen und anderen Feuerwaffen, die im 16. Jahrhundert durch andere Nationen ins Land kamen wurden lange Zeit von vielen Adelshäuser in Japan als feige und unehrenhaft angesehen und darum zunächst abgelehnt.

Die Ninja oder Shinobi

Ein Ninja oder Shinobi, was beides soviel heißt wie "verborgen" oder "verbergen", waren Spione, Saboteure oder auch Meuchelmörder des alten Japans, die mit ihren raffinierten Waffen und Kampftechniken beinahe magische Kräfte zu haben schienen. Mit Rauchbomben, Gift und Wurfsternen, sowie Kletterhaken und anderen Hilfsmitteln waren sie äußerst effektive Kämpfer und Assassinen, über die es jedoch im Gegensatz zu den Samurai kaum verlässliche Aufzeichnungen gibt. Gerade durch die Romantisierung der japanischen Vergangenheit im 19. und vor allem 20. Jahrhundert hat sich ein scheinbarer, dramaturgischer Gegensatz zwischen den "ehrenvollen" Samurai und den "ehrlosen" Ninja herausgebildet. Während die Samurai nach dem Bushido, einem strengen Ehrenkodex lebten, waren die Ninja Gesetzlose, welche sich an keine Regeln hielten. Während ein Samurai wegen verletzter Ehre den rituellen Selbstmord, den Seppuku (auch Harakiri genannt) begehen konnte, war ein Ninja an keinerlei moralische Regeln gebunden. Während des "Ninja-Booms" im 20. Jahrhundert boten nach Filmen wie "American Ninja" viele Kampfsportschulen eine Disziplin namens "Ninjutsu" an, welche die besonders "effektive" Kampfkunst der Ninjas lehren sollte. Auch heute noch ist das schwarze Ninja Kostüm auf Faschingsfesten eine beliebte Verkleidung.


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