Ein Untoter: Der Zombie von Romero und die Voodoo Puppe


Zombies sind zum Leben erweckte Tote, also "Untote", welche seelenlos und willenlos umherwandeln. Das Wort Zombie kommt aus der afrikanischen Sprache Kimbundu und bezeichnete dort ursprünglich einen Totengeist. In der Frühgeschichte, als der Aberglaube noch viel stärker war als der wissenschaftliche Fortschritt, hatten Menschen schon immer Angst, die Toten könnten sich aus ihren Gräbern erheben und den Lebenden schaden. Doch erst im 20. Jahrhundert wurde der Begriff des Zombies durch amerikanische Filme und Comics geprägt. In Horrorfilmen werden Zombies in der Regel als halb verrottete und blutende Killermaschinen dargestellt, die hungrig Jagd auf Menschen machen. Dabei dienen sie nicht selten als Metapher für unterwürfigen und kritiklosen Gehorsam oder antriebslose Lethargie. Auch andere Subtexte existieren in den Zombiestreifen: Die größte Gefahr geht in bestimmten Situationen meist gar nicht von den Untoten, sondern von den Menschen in der Krisensituation aus. Selbsterhaltungstrieb, Opportunismus und Egoismus machen den Überlebenden auch so das Leben zur Hölle.

Der Glaube an Zombies ist im Voodoo besonders in Haiti vertreten. Demnach kann ein Voodoo Priester oder ein anderer Schwarzmagier einen Menschen mit einem Fluch belegen, so dass dieser scheinbar stirbt und nach einigen Tagen als willenloser Zombie zurück kehrt. Angeblich wird dabei ein Opfer mit Hilfe eines bestimmten Pulvers in den Zustand des Hirntodes versetzt. Die Wiederbelebung soll durch ein Gegenmittel wie Atropin erfolgen und das Opfer zu einem willenlosen Arbeitssklaven machen. In Haiti scheint die Angst vor Voodoo Puppen oder solchen Wiederbelebungen tatsächlich noch verbreitet zu sein, da es im Haitianischen Strafgesetzbuch sogar einen Paragraphen gibt, der diese Art von Menschenmissbrauch verbietet. Einige Bewohner vergiften oder zerstückeln ihre Toten sogar aus Angst vor Wiedergängern.
Eine weitere Methode einen Zombie zu erschaffen soll darin bestehen, die Seele eines Menschen, die vom Körper getrennt wurde, einzufangen und in einem kleinen Tongefäß oder einer Flasche des Zauberers einzusperren.

Zu wirklich fleischfressenden Monstern sind Zombies erst durch bekannte Horrorfilme von George A. Romero geworden. Die Nacht der lebenden Toten von 1968 und Zombie - Dawn of the Dead von 1978 sind mit ihren Splatter- und Gore-Effekten fester Bestandteil der Popkultur geworden. In neueren Filmen wie 28 Days Later sind Zombies mittlerweile sehr schnell zu Fuß und können überraschend zielgerichtet handeln, um einen neuen Level des Horrors zu darzustellen. Daneben existieren einige Horrorkomödien wie Braindead von Peter Jackson oder Shaun of the Dead.

Heutzutage sind Zombies in allen Medien zu finden. Nachdem 1983 Michael Jacksons Musikvideo Thriller mit tanzenden Zombies aufwarten konnte, sind nunmehr Comics, Videospiele und Filme mit den Hirnfressern bevölkert. Besonders nennenswert ist in diesem Zusammenhang die Resident Evil Reihe, ein Videospiel, welches es auch in drei Teilen auf die Kinoleinwand geschafft hat. Hier wird der Schrecken der fanatischen Wissenschaft thematisiert in Form von Menschen, die durch gezüchtete Viren zu Zombies mutieren.


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